Das Selbstverständnis des Elternkreises (Bremen)
  • Der Elternkreis ist für alle Väter und Mütter, deren Kinder an einer Essstörung erkrankt sind offen.
  • Der Besuch des Elternkreises ist unabhängig vom Stadium der Essstörung und dem Alter des Kindes.
  • Die Teilnahme ist freiwillig und ohne jegliche Verpflichtung.
  • Die Elternkreistreffen finden regelmäßig, am 1. und 3. Montag des Monats statt, außer in den Bremer Schulferien und an Feiertagen.
  • Der Elternkreis beginnt pünktlich um 19:30Uhr und endet um 21:30Uhr.
  • Eltern, die erstmals den EK besuchen, erfahren eine einmalige Vor- und Nachbetreuung.
  • Wir sind alles betroffene Eltern und geben eigene Erfahrungen und Informationen weiter.
  • Im Elternkreis ist Raum für Fragen, Gefühle, Kontakte und Klärungsprozesse.
  • Der Elternkreis bietet Hilfe zur Selbsthilfe.
  • Der Elternkreis geht in erster Linie auf die Bedürfnisse der Eltern ein und will sie in ihrem Handeln und Tun stärken.
  • Der Elterkreis lädt Fachleute zum Thema Essstörungen und gleichartigen Themen ein.
  • Wir bieten Seminare für betroffene Eltern an, die von Fachleuten geleitet werden.
  • Vertraulichkeit ist der oberste Grundsatz. Alles was im Elternkreis gesprochen wird unterliegt der Schweigepflicht.
  • Es herrscht ein vertrautes, wertschätzendes und offenes Klima.
  • Alle Eltern haben die Möglichkeit ihre Anliegen gleichberechtigt vorzutragen.
  • Wir nehmen jedes Anliegen gleich wichtig.
  • Uns anvertraute Personendaten verbleiben im Elternkreis.
  • Innerhalb der Gruppe besteht ein Verantwortlichenkreis (VA- Kreis), der u.a. den Abend leitet.
  • Der Verantwortlichenkreis organisiert Fortbildungsseminare.
  • Der Elterkreis hat eine Bücherei mit Fachliteratur zum kostenlosen Verleih.
  • Die Mitglieder des Verantwortlichenkreises besuchen Fortbildungsseminare (z.B. Supervision) zur eigenen Weiterbildung, halten Kontakt zu anderen Elternkreise, Kliniken, etc., und bieten Workshops an.
  • Der Elternkreis macht Öffentlichkeitsarbeit, in Form von Vorträgen, Broschüren, Flyer, Beiträge in der Presse.
  • Außerhalb der Elternkreis- Treffs haben Eltern in besonderen Fällen auch die Möglichkeit sich telefonisch Hilfe und Unterstützung aus dem EK zu holen.
Leitsätze für Eltern essgestörter Kinder   Roth „Jeder kriegt die Kurve anders“ – erweitert und verändert

1.      Befreien Sie sich von dem Gedanken, Sie könnten das essgestörte Kind zur Einsicht zwingen. Den Weg zu einem Leben ohne Essstörungen muss es selbst finden.

2.      Überlassen Sie Ihrem Kind die Verantwortung für sein Leben, indem Sie ihm nichts abnehmen, was es selbst tun kann. Insbesondere die „guten Herzen“ der Eltern bewirken hier oft unabsichtlich das ‚Gegenteil von dem, was sich Mutter und Vater wünschen.

3.      Übertragen Sie Ihrem Kind die Eigenverantwortung für seinen Körper,  seine Gesundheit, sofern Ihr Kind nicht minderjährig ist oder einen zu niedrigen BMI hat.

4.      Zeigen Sie innerhalb der Familie ein einheitliches und konsequentes Verhalten, lassen Sie nicht zu, dass das essgestörte Kind einen gegen den anderen ausspielt.

5.      Bedenken Sie, wie belastend es für einen richtungslos gewordenen jungen Menschen ist, wenn Sie selbst verunsichert und voller Schuldgefühle, schwankend zwischen Zorn und Nachgiebigkeit, klagend und verbittert auf sein Verhalten reagieren.

6.      Wenden Sie sich wieder mehr Ihren eigenen Interessen und den Ihrer übrigen Familie zu. Dies wird dem essgestörten Kind deutlich machen, wie sehr ihn  die Essstörung isoliert.

7.      Geben Sie sich Mühe, sich nicht dafür zu interessieren, was und wie Ihr Kind isst. Es ist sein Problem. Die Essstörung  findet im Kopf statt und nicht im Magen oder Darm.

8.      Machen Sie die Grenzen Ihrer Toleranz und Ihrer Leidensfähigkeit und Leidensbereitschaft deutlich und setzen Sie Grenzen. Lassen Sie Ihren persönlichen Freiraum nicht antasten.

9.      Lassen Sie sich nicht in die Gefühlswelt des essgestörten Kindes hineinziehen. Leben Sie ihm stattdessen eine optimistische und positive Grundhaltung vor.

10. Verweilen Sie mit Ihren Gedanken nicht in der Vergangenheit auf der Suche nach den Ursachen und der möglichen eigenen Schuld. Verzagen Sie nicht vor der Zukunft und gehen Sie – trotz vorkommender Rückfälle – mutig jeden neuen Tag an. Bewahren Sie sich Geduld und Gelassenheit und verlieren Sie nie die Hoffnung.

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